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Ein Zehntel der englischen Landflächen, insbesondere Moor- sowie Gebirgslandschaften, könnten für die Agrotreibstoffproduktion geopfert werden. Doch Landschaftsschützer warnen vor Monokultur und sehen die Tierwelt bedroht.
Das Energy-Technologies-Institute (ETI), eine öffentlich-private Körperschaft, startete ein Projekt, um alle nicht genutzten Landstriche in England zu lokalisieren. Die Forscher wollen herausfinden, wie viel davon als Anbaufläche für Agrotreibstoffe in Frage kommt.
Nach Schätzungen des Umweltrates könnten in England allein beinahe fünf Millionen Hektar Land genutzt werden. David Clarke, der Chef des ETI, sagt, nach vorsichtigen Schätzungen seines Hauses könnten 2,4 Millionen Hektar des Landes für den Anbau von Agrotreibstoffen verwandt werden. Sie würden als Ersatz für fossile Brennstoffe wie Benzin und Kohle eingesetzt, um die Kohlenstoffemissionen zu reduzieren.
Das auf 12 bis 18 Monate angesetzte Projekt will herausfinden, wie dieses Land seither genutzt wird, wem es gehört und ob sich das Erdreich für die Aufzucht von Energiepflanzen eignet, zu denen auch Weidenbäume zählen. Weitere Pilotprojekte könnten folgen.
Energieunternehmen planen den Bau von mindestens vier neuen Bioenergie-Anlagen, die hauptsächlich mit Holzpellets betrieben werden sollen. Der Kohlenstoff, der bei der Verbrennung der Biomasse freigesetzt wird, könnte wieder aufgefangen werden durch das Anpflanzen von mehr Getreide, das die Emissionen neutralisiert, so die Überlegungen. Die Regierung unterstützt die Züchter von Agrotreibstoffen bereits jetzt finanziell.
Aber Abi Bunker, verantwortlich für Landwirtschaftspolitik bei der Royal Society for Protection of Birds, Europas grösster Organisation für den Schutz von Wildvögeln, übt Kritik. Die Bepflanzung von hunderten oder gar tausenden Äckern würde sowohl die Biodiversität zerstören, als auch die Wasserqualität mindern. Vorzugsweise betroffen sei das Hochland. „Wir unterstützen voll das Bekenntnis der Regierung in erneuerbare Energien zu investieren. Aber wir befürchten, dass Biodiversität darüber vergessen wird. Die lokalen Besonderheiten sollten jeweils integriert werden, um zu einer wahrhaft nachhaltigen Lösung zu kommen“.
Ian Woodhurst, Verteter der Kampagne zum Schutz der englischen Landgebiete, setzt noch eins drauf. „Grosse Monokulturen aus Energiepflanzen werden den Charakter der Landschaft zerstören und Probleme in der Natur- und Tierwelt verursachen, zum Beispiel dadurch, dass sie die Wanderbewegungen einiger Arten quer durch die Landschaft blockieren. In den Siebziger Jahren wurden Hunderte von Koniferen Wäldern gepflanzt und jetzt geben wir eine Menge Geld aus, um sie wieder los zu werden. Wir wollen nicht dorthin zurück“.
Clarke von ETI gibt zu, dass die Pläne zu Kontroversen führen könnten. „Wir versuchen zu beantworten, ob man diese Anzahl sowohl von finanzieller als auch aus landwirtschaftlichen Gesichtspunkten nutzen kann. Wir müssen dabei berücksichtigen, dass die Themen wie Landnutzung und Biodiversität kritisch sind“.
Tim Webb Quelle: http://www.guardian.co.uk/business/2010/jan/20/moorlands-and-biomass-crops Übersetzt v. Manuela Ziegler
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