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Beiträge Handel

Deutsche Finanzinstitute im Visier der Hilfswerke

Weil sich grosse Finanzinstitute der Spekulation mit Nahrungsmitteln verschrieben haben, rücken sie zunehmend ins Kreuzfeuer der Kritik durch Entwicklungsorganisationen. Anlässlich der Hauptversammlung des Allianz-Konzerns haben kritische Aktionäre sowie die Hilfsorganisation Oxfam das Versicherungsunternehmen für Hungerkrisen weltweit mitverantwortlich gemacht.

 

IOI am Pranger

Der Schweizer Detailhandelskonzer Migros nimmt Vorwürfe gegen den malayischen IOI-Konzern unter die Lupe.

 

Zertifizierte Urwaldzerstörung?

Greenpeace bezweifelt die Nachhaltigkeit von angeblich nachhaltig produziertem Palmöl. Dies geht aus einem Report hervor, der diese Woche veröffentlich wurde. Konkret nahm die Umweltorganisation eine Lieferung von angeblich nachhaltig produziertem Palmöl unter die Lupe. Die 500 Tonnen Öl, die inzwischen in Rotterdam eingetroffen sind, stammen vom Produzenten „United Plantations“ in Malaysia, der sich die Nachhaltigkeit zertifizieren liess. Greenpeace meldet nun, dass die zertifizierte Firma gleichzeitig Urwälder zerstört und damit massiv gegen die Kriterien, des Runden Tisches für nachhaltiges Palmöl (RSPO) verstösst. RSPO ist eine Organisation der Branche für Zertifizierung. United Plantions ist das erste Unternehmen, dem die RSPO die Nachhaltigkeit zertifiziert. Weil bereits die erste Lieferung gegen die Abmachung verstösst, fordert Greenpeace nun ein Moratorium für die Umwandlung von Regenwald in Plantagen. In einer Presserklärung weist die „United Plantation“ alle Vorwürfe zurück. Gegenüber „Spiegl-Online“ zeigte sich hingegen die Umweltorganisation WWF alarmiert und möchte deshalb das Thema kommender Woche auf der Jahreskonferenz der RSPO auf den Tisch bringen.

„Unglücklich bin ich über den Boom der Biotreibstoffe“

In einem Interview mit der NZZ am Sonntag im März 2008 kritisierte Nestlé-Chef Peter Brabeck die Subventionierung von Biotreibstoffen. Wörtlich sagte er: „Wenn die USA dieses Jahr (2008) 138 Millionen Tonnen Mais nur für Biotreibsoff verwenden, fehlt diese Menge für die Lebensmittelproduktion und verschärft den Kampf um den Boden. Das führt dazu, dass nicht nur der Preis von Mais in die Höhe geht, sondern auch jener für Soja und Weizen. Landwirtschaftlicher Boden wird zum knappen Gut. Ebenso Wasser, das uns auszugehen droht.“ Für den gebürtigen Österreicher sind Agrotreibstoffe das noch grössere Problem als der weltweite CO2- Ausstoss, denn um einen Liter Bioethanol zu produzieren, würden 4000 Liter Wasser verbraucht. Brabeck wehrt sich entschieden gegen die exzessive Verschleuderung des kostbaren Rohstoffes. „Wasser ist ein Menschenrecht, wenn es um die fünf Liter geht, die ich brauche, um zu leben und die 20 Liter, die der Hygiene dienen. Wasser ist aber kein Menschenrecht, wenn ich damit den Swimmingpool fülle.“

Afrika: „Mittlerer Osten für Agrotreibstoffe“

Die "grüne Opec" soll Afrika als mächtiger Agrotreibstoff-Produzent werden.

Grosse Landflächen und billige Arbeitskräfte: Afrika verspricht ein Eldorado für Agrotreibstoff-Investitionen. 15 afrikanische Staaten sollen nach den Vorstellungen europäischer Lobbyisten zur „grünen Opec“ werden. Zu ihnen zählen vor allem die Staaten der Sahara und Sub-Sahara und weitere Länder in Zentral- und Südwestafrika. Dort sollen mehr Flächen zur Verfügung stehen als in ganz Indien. Doch auch im südlichen Afrika kommt Goldgräberstimmung auf. „Hier könnte der mittlere Osten für Agrotreibstoffe sein“, meinte etwa Andrew Owens, Generaldirektor von Greenergy

 

Pressebüro Seegrund – Sankt Gallen (CH)