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Sep
10
2010
Today
Mainzelmännchenglauben

Anhänger einer industriellen Landwirtschaft propagieren diese als Bremserin des Klimawandels. Die Behauptung tönt zwar gut, ist aber derart kurzsichtig wie die Propagierung der Agrotreibstoffe.

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Der Teufel wird mit dem Belzebub ausgetrieben E-Mail

Mehrere Umwelt- und Naturschutzorganisationen mahnen die Europäische Union zur radikalen Umkehr ihre Agrotreibstoffpolitik, mit der weit mehr Schaden als Nutzen angerichtet werde - vor allem in den Entwicklungsländern.

Zehn Prozent der Treibstoffe in der Europäischen Union sollen bis ins Jahr 2020 den Anteil erneuerbarer Energien im Verkehr auf zehn Prozent zu erhöhen- so die für die Mitgliedsstaaten verbindliche Vorgabe Erreichen lässt sich dieses Ziel fast ausschliesslich mit Agrotreibstoffen. Um Kritikern Wind aus den Segeln zu nehmen, wurden im Frühsommer Nachhaltigkeitskriterien nachgereicht. Danach werden nur jene Agrotreibstoffe gefördert, die im Vergleich zu fossilen Brennstoffen eine um ein Drittel bessere Klimagasbilanz aufweisen. Doch die Richtlinie sei so lasch formuliert, dass "die Emissionen eher steigen als sinken werden", wie es in dem von mehreren Umweltorganisationen gemeinsam veröffentlichten Bericht "Vorsicht Biokraftstoffe" heisst. Vollkommen ausser Acht gelassen würden nämlich die Folgen der "indirekten" Landnutzungsänderungen durch den vermehrten Anbau von Energiepflanzen. Das gilt vor allem für die Regenwälder in den Tropen, deren Rodung gewaltige Mengen an Kohlendioxid freisetzt. Eine Palmölplantage etwa müsste mindestens vier Jahrhunderte betrieben werden, um nur die Emissionen zu kompensieren, die durch die Abholzung entstanden sind. Weitgehend unbeachtet bleiben in den EU-Richtlinien auch die Folgen für die Artenvielfalt. Ein Richtungswechsel sei deshalb dringend erforderlich. So dürfe nicht mehr von einer Verringerung des Energieverbrauches, sondern der CO2-Emissionen gesprochen werden, und die Emissionen aus direkter und indirekter Landnutzungsänderung müssten dabei berücksichtigt werden.

Der Bericht kann heruntergeladen werden unter: www.transportenvironment.org/low-carbon-fuels. Eine deutsche Zusammenfassung ist ebenfalls erhältlich.

 

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article thumbnail Urwaldzerstörung in Kolumbien. Die Gewinnung von Agrotreibstoffen ist oft mit Vertreibungen und anderen Menschenrechtsverletzungen verbunden.
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Redaktion: Pressebüro Seegrund, Martin Arnold, Urs Fitze, Thomas Veser, Manuela Ziegler, Claudia Rindt,   Design & Webmaster: www.eveline-arnold.ch, Eveline Arnold

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Was kommt zuerst: der Sprit oder das Essen? Natürlich: das Essen. Doch die Apologeten eines neuen Energiezeitalters sehen das etwas anders. Sie relativieren, sie negieren, sie machen Versprechungen – und sie handeln. Weltweit boomen Agrotreibstoffe, gefördert mit Mitteln aus den öffentlichen Haushalten von Ländern und internationalen Organisationen, wie nie zuvor. Die Folgen sind vor allem für die Ärmsten schon jetzt zu spüren. Der Hunger auf der Welt nimmt in erschreckendem Tempo wieder zu. www.brotimtank.org begleitet diese Entwicklung mit Berichten, Reportagen und Hintergrundinformationen aus aller Welt. Wir fühlen uns dem klassischen Journalismus verpflichtet. Kritisch, aber fair und redaktionell unabhängig leistet www.brotimtank.orgeinen...