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Sep
06
2010
Today
Mainzelmännchenglauben

Anhänger einer industriellen Landwirtschaft propagieren diese als Bremserin des Klimawandels. Die Behauptung tönt zwar gut, ist aber derart kurzsichtig wie die Propagierung der Agrotreibstoffe.

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Kein Strom aus Palmöl in Deutschland E-Mail
Das Oberverwaltungsgericht (OVG) des Saarlandes hat am 26.01.2009 die am 09.04.2008 durch das saarländische Verwaltungsgericht ausgesprochene Aufhebung der Baugenehmigung für das im St. Ingberter Ortsteil Rohrbach gelegene Palmöl-BHKW bestätigt und damit einen fast dreijährigen Rechtsstreit zugunsten der betroffenen Bürger beendet (OVG des Saarlandes, Beschluss vom 26.01.2009, 2 A 231/08). Nach Auffassung des Gerichts verstößt der Betrieb des Palmölkraftwerks gegen das Gebot der Rücksichtnahme, das dem Schutz der Nachbarn dient, denn von der Anlage gingen, wie von zahlreichen Anwohnern über Monate hinweg den zuständigen Behörden gemeldet, unzumutbare Geruchs- und Lärmbelästigungen aus. Die nunmehr endgültige Entscheidung stellt das erste rechtskräftige Urteil gegen ein Palmölkraftwerk in der Bundesrepublik Deutschland dar und setzt ein deutliches Zeichen, indem sie die Rechte von Nachbarn in Wohngebieten deutlich stärkt und darüber hinaus Bürgerinnen und Bürger ermutigt, fragwürdige Behördenentscheidungen nicht widerspruchslos hinzunehmen. Die Bürgerinitiative „Kein Strom aus Palmöl !“ hofft nun, dass sich nach Abschluss dieses Rechtsstreits viele weitere Initiativen erfolgreich gegen die weit über 700 allein in Deutschland betriebenen Palmölkraftwerke zur Wehr setzen. Das darin verbrannte Palmöl gleich welcher Herkunft stammt fast ausnahmslos aus Monokulturen, für deren Anlage wann auch immer Regenwald gerodet wurde. Daran wird auch die geplante Zertifizierung nichts ändern. „Wir sind zutiefst davon überzeugt, dass die Verbrennung von Palmöl in deutschen Kraftwerken und ihre finanzielle Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ein historischer Fehler ist und dass diese dem Ansehen Deutschlands als Vorreiter nachhaltiger Energiepolitik schweren Schaden zugefügt hat“, sagte Barbara Böhme von der Bürgerinitiative.
 

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article thumbnail Urwaldzerstörung in Kolumbien. Die Gewinnung von Agrotreibstoffen ist oft mit Vertreibungen und anderen Menschenrechtsverletzungen verbunden.
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Redaktion: Pressebüro Seegrund, Martin Arnold, Urs Fitze, Thomas Veser, Manuela Ziegler, Claudia Rindt,   Design & Webmaster: www.eveline-arnold.ch, Eveline Arnold

Was wir erreichen wollen

Was kommt zuerst: der Sprit oder das Essen? Natürlich: das Essen. Doch die Apologeten eines neuen Energiezeitalters sehen das etwas anders. Sie relativieren, sie negieren, sie machen Versprechungen – und sie handeln. Weltweit boomen Agrotreibstoffe, gefördert mit Mitteln aus den öffentlichen Haushalten von Ländern und internationalen Organisationen, wie nie zuvor. Die Folgen sind vor allem für die Ärmsten schon jetzt zu spüren. Der Hunger auf der Welt nimmt in erschreckendem Tempo wieder zu. www.brotimtank.org begleitet diese Entwicklung mit Berichten, Reportagen und Hintergrundinformationen aus aller Welt. Wir fühlen uns dem klassischen Journalismus verpflichtet. Kritisch, aber fair und redaktionell unabhängig leistet www.brotimtank.orgeinen...