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Die Gewinnung von Pflanzentreibstoff aus landwirtschaftlichen Rückständen eröffnet nach Darstellung der Internationalen Energieagentur (IEA) erfolgversprechende Perspektiven. Wie aus der jüngsten IEA-Studie hervorgeht, reichen zehn Prozent der weltweit anfallenden Abfälle aus Land- und Forstwirtschaft aus, um 125 Milliarden Liter Diesel respektive 170 Milliarden Liter Ethanol jährlich herzustellen.
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Eine Milliarde Menschen hungern, noch nie in der Geschichte waren so viele Menschen ohne Arbeit wie heute. Die soziale Krise steht nicht, wie von WEF-Präsident Klaus Schwab befürchtet, vor der Tür. Viel schlimmer: Sie ist Realität. Doch am Weltwirtschaftsforum bleibt sie nur ein Randthema.
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Die Stiftung für Entwicklungszusammenarbeit Swissaid fordert ein Moratorium für den Import von Agrotreibstoffen und setzt sich auch weltweit für eine Denkpause ein. Das Spendenaufkommen konnte im vergangenen Jahr um 38 Prozent auf 13 Millionen Franken gesteigert werden.
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Weil die fossilen Brennstoffe nicht erneuerbar sind, also irgendwann zur Neige gehen und extrem viele Emissionen verursachen, die das Klima und unsere Gesundheit beeinflussen, wird seit einigen Jahren eine Alternative für Erdöl und Co. gesucht um vor allem den CO2-Ausstoss zu verringern. Grundlagen für Biokraftstoffe sind pflanzliche Rohmaterialien wie zum Beispiel Ölpflanzen, Getreide, Zuckerrüben oder -rohr, Wald- und Restholz sowie Holz aus Schnellwuchsplantagen und spezielle Energiepflanzen. Biokraftstoffe können die fossilen Kraftstoffe Diesel, Benzin und Erdgas substituieren. Teilweise müssen Motoren und/oder Kraftstoffsysteme an die Biokraftstoffe angepasst werden. Biokraftstoffe werden in Reinform und als Beimischungen zu fossilen Kraftstoffen verwendet. Die meisten Fahrzeuge und industriellen Motoren sind für eine reine Biospritverwendung noch nicht bereit, beziehungsweise „umgerüstet“, daher werden Agrartreibstoffe im Moment vor allem als Beimischung verwendet. Die Beimischquote gibt an, wie viel Prozent „natürlicher“ Treibstoff dem mineralischen Diesel/Benzin beigefügt werden muss.
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Die Heinrich-Böll-Stiftung war an der Weltklimakonferenz in Polen mit einem starken Team vertreten. Denn bei der Klimadiskussion geht es auch um soziale Fragen. Auszug aus einem Gespräch mit Thomas Fatheuser, Büroleiter in Brasilien.
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Weil fossile Brennstoffe knapper werden, setzten die westafrikanischen Staaten verstärkt auf die Produktion von Treibstoffen aus nachwachsenden Pflanzen. Entsprechende nationale Strategien sind inzwischen erarbeitet, die Suche nach Investoren hält indessen noch an.
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Die explodierenden Ölpreise machen selbst ineffiziente, staatliche geförderte Agrotreibstoffe konkurrenzfähig.
Auf 140 US-Dollar pro Barrell ist der Ölpreis im Sommer 2008 geklettert – ein historischer Rekord. Auch wenn Spekulation und Förderbeschränkungen den Ölpreis nach wie vor stark beeinflussen, so zeigt der Trend der vergangenen Jahre doch unaufhaltsam nach oben, und selbst die pessimistischen Prognosen erweisen sich rasch als Makulatur. Lord Oxburgh, der ehemalige Verwaltungsratsvorsitzende des Ölmultis Shell, hielt in einem im Sommer 2007 veröffentlichten Interview einen Preisanstieg auf bis zu 150 Dollar binnen eines Jahrzehnts für möglich – jetzt hat es gerade mal ein Jahr gedauert. Selbst die bislang zu den Optimisten zählende internationale Energieagentur warnt nun vor einer Energiekrise. Hintergrund dieser Entwicklung ist „peak oil“, das Erreichen der Förderspitzen, wenn die Hälfte der verfügbaren Ölvorräte aufgebraucht ist. Das ist bereits in zwei Drittel der knapp 100 Förderstaaten der Fall. In den Vereinigten Staaten etwa hat sich die Förderung seit dem Zenit-Jahr 1970 fast halbiert, und auch Russland, derzeit Nummer zwei auf dem Weltmarkt, erreichte schon im Jahr 1987 das Maximum seiner Förderkapazität. Grossbritannien folgte 1999, Norwegen im Jahr 2001. Selbst der Ölgigant Saudi-Arabien dürfte schon in zehn Jahren den Zenit der Ölförderung erreicht haben. Es braucht wenig Phantasie, um sich auszumalen, was diese Entwicklung für die Agrotreibstoffe bedeuten könnte. Der „Rohölpreis“ für die verwertbaren Ölsaaten liegt bei Palmöl bei rund 67 Dollar pro Barrell, und selbst das extrem teure, heute noch mit Milliardenbeiträgen geförderte Rapsöl mit Kosten von 131 Dollar könnte dereinst auch ohne staatliche Förderung mit Erdöl konkurrieren. Die us-amerikanische Ethanolindustrie wirbt schon heute bei den Autofahrern mit dem Argument, die Beimischung von Ethanol entlaste die Haushaltsbudgets der Verbraucher um jährlich fast sieben Milliarden Dollar. Das gibt der enormen Dynamik, mit der derzeit auf der ganzen Welt Plantagen angelegt werden, einen sehr realen wirtschaftlichen – und profitablen - Hintergrund. Und selbst wenn die neuen Pflanzungen mit der Nachfrage nicht mehr Schritt halten sollten und damit die Agrotreibstoffpreise ebenfalls anziehen – dieses Spiel wird weitergehen. So will es das Gesetz des Marktes.
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An einer Tagung diskutierten Fachleute über das Live Cycle Assessment von Agrotreibstoffen der zweiten Generation. Im Wesentlichen waren sie sich uneinig darüber, wie unbenutztes, beziehungsweise wertloses Land zu definieren ist, auf dem Agrotreibstoffe gepflanzt werden sollen.
Agrotreibstoffe der ersten Generation sind teilweise Nahrungsmittel und konkurrieren deshalb die Lebensmittelpreise. Das ist unethisch und darüber herrschte an der Fachtagung am 17. November bei der EMPA (Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt) in Dübendorf bei Zürich Einigkeit. Uneins waren sich die Anwesenden aber bei der Frage, ob dies auch für Agrotreibstoffe der zweiten Generation gilt. Das Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung der Schweiz (TA) möchte nun eine genaue Antwort auf die Frage, ob Biomasse, welche den Nahrungsmittelmarkt nicht konkurriert, zum gesellschaftlichen Nutzen angebaut werden kann.
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