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Sep
05
2010
Today
Mainzelmännchenglauben

Anhänger einer industriellen Landwirtschaft propagieren diese als Bremserin des Klimawandels. Die Behauptung tönt zwar gut, ist aber derart kurzsichtig wie die Propagierung der Agrotreibstoffe.

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Handel
IOI am Pranger E-Mail

Der Schweizer Detailhandelskonzer Migros nimmt Vorwürfe gegen den malayischen IOI-Konzern unter die Lupe.

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Zertifizierte Urwaldzerstörung? E-Mail
Greenpeace bezweifelt die Nachhaltigkeit von angeblich nachhaltig produziertem Palmöl. Dies geht aus einem Report hervor, der diese Woche veröffentlich wurde. Konkret nahm die Umweltorganisation eine Lieferung von angeblich nachhaltig produziertem Palmöl unter die Lupe. Die 500 Tonnen Öl, die inzwischen in Rotterdam eingetroffen sind, stammen vom Produzenten „United Plantations“ in Malaysia, der sich die Nachhaltigkeit zertifizieren liess. Greenpeace meldet nun, dass die zertifizierte Firma gleichzeitig Urwälder zerstört und damit massiv gegen die Kriterien, des Runden Tisches für nachhaltiges Palmöl (RSPO) verstösst. RSPO ist eine Organisation der Branche für Zertifizierung. United Plantions ist das erste Unternehmen, dem die RSPO die Nachhaltigkeit zertifiziert. Weil bereits die erste Lieferung gegen die Abmachung verstösst, fordert Greenpeace nun ein Moratorium für die Umwandlung von Regenwald in Plantagen. In einer Presserklärung weist die „United Plantation“ alle Vorwürfe zurück. Gegenüber „Spiegl-Online“ zeigte sich hingegen die Umweltorganisation WWF alarmiert und möchte deshalb das Thema kommender Woche auf der Jahreskonferenz der RSPO auf den Tisch bringen.
 
„Unglücklich bin ich über den Boom der Biotreibstoffe“ E-Mail

In einem Interview mit der NZZ am Sonntag im März 2008 kritisierte Nestlé-Chef Peter Brabeck die Subventionierung von Biotreibstoffen. Wörtlich sagte er: „Wenn die USA dieses Jahr (2008) 138 Millionen Tonnen Mais nur für Biotreibsoff verwenden, fehlt diese Menge für die Lebensmittelproduktion und verschärft den Kampf um den Boden. Das führt dazu, dass nicht nur der Preis von Mais in die Höhe geht, sondern auch jener für Soja und Weizen. Landwirtschaftlicher Boden wird zum knappen Gut. Ebenso Wasser, das uns auszugehen droht.“ Für den gebürtigen Österreicher sind Agrotreibstoffe das noch grössere Problem als der weltweite CO2- Ausstoss, denn um einen Liter Bioethanol zu produzieren, würden 4000 Liter Wasser verbraucht. Brabeck wehrt sich entschieden gegen die exzessive Verschleuderung des kostbaren Rohstoffes. „Wasser ist ein Menschenrecht, wenn es um die fünf Liter geht, die ich brauche, um zu leben und die 20 Liter, die der Hygiene dienen. Wasser ist aber kein Menschenrecht, wenn ich damit den Swimmingpool fülle.“

 
Afrika: „Mittlerer Osten für Agrotreibstoffe“ E-Mail
Die "grüne Opec" soll Afrika als mächtiger Agrotreibstoff-Produzent werden.

Grosse Landflächen und billige Arbeitskräfte: Afrika verspricht ein Eldorado für Agrotreibstoff-Investitionen. 15 afrikanische Staaten sollen nach den Vorstellungen europäischer Lobbyisten zur „grünen Opec“ werden. Zu ihnen zählen vor allem die Staaten der Sahara und Sub-Sahara und weitere Länder in Zentral- und Südwestafrika. Dort sollen mehr Flächen zur Verfügung stehen als in ganz Indien. Doch auch im südlichen Afrika kommt Goldgräberstimmung auf. „Hier könnte der mittlere Osten für Agrotreibstoffe sein“, meinte etwa Andrew Owens, Generaldirektor von Greenergy
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Lateinamerika: Wo die grössten Gewinne winken E-Mail
Der Agrotreibstoff-Boom in Lateinamerika ruft auch die Multinationalen auf den Plan.

Die grösste Ethanol-Distillerie in Sao Paolo, zu der auch eine 35 000 Hektar grosse Zuckerrohr-Plantage gehört, hat kürzlich den Besitzer gewechselt. Er hat einen illustren Namen in der Branche: Cargill, der us-amerikanische Agrarmulti und grösste Getreidehändler der Welt. Cargill ist auch der grösste Zucker-Exporteur Brasiliens. „Dort, wo die Pflanzen angebaut werden, winken die höchsten Gewinne“, sagt Nancy DeVore, Analystin bei Bunge Global Agribusiness, mit 22 000 Angestellten und 450 Betriebsstätten in 32 Ländern einer der führenden Agrokonzerne der Welt. Und mit der explosionsartig steigenden Nachfrage nach Agrotreibstoffen eröffnen sich neue, höchst lukrative Geschäftsfelder. Hatte in Brasilien bislang vor allem der Binnenmarkt für Agrotreibstoffe dominiert, so sollen die Exporte in den kommenden Jahren erheblich ausgeweitet werden. Und so beziehen die Grossen des Agrobusiness Position, nicht nur in Brasilien, sondern auch in anderen Staaten Lateinamerikas, namentlich Argentinien und Kolumbien. Zu den Investoren zählt auch
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Märchenhafte Wachstumsraten in Ostasien erwartet E-Mail
Südostasien erwartet den Agrodieselboom Die grossen Konzerne rüsten sich.

Noch im Jahr 2000 sprach kein Mensch in Südostasien von Agrotreibstoffen. Doch in den vergangenen zwei Jahren hat sich dieses Bild dramatisch gewandelt. Sowohl die malayische als auch die indonesische Regierung forcieren den Aufbau einer Industrie, die ein Multi-Milliarden-Geschäft verspricht, mit Steuervergünstigungen und Subventionen, aber auch direkten staatlichen Investitionen. Damit sollen zum einen die heimischen Märkte bedient– beide Staaten wollen 40 Prozent ihres Dieselbedarfs aus Palmölsaaten decken – als auch die sich abzeichnende riesige ausländische
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Bild des Monats

article thumbnail Urwaldzerstörung in Kolumbien. Die Gewinnung von Agrotreibstoffen ist oft mit Vertreibungen und anderen Menschenrechtsverletzungen verbunden.
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Redaktion: Pressebüro Seegrund, Martin Arnold, Urs Fitze, Thomas Veser, Manuela Ziegler, Claudia Rindt,   Design & Webmaster: www.eveline-arnold.ch, Eveline Arnold

Was wir erreichen wollen

Was kommt zuerst: der Sprit oder das Essen? Natürlich: das Essen. Doch die Apologeten eines neuen Energiezeitalters sehen das etwas anders. Sie relativieren, sie negieren, sie machen Versprechungen – und sie handeln. Weltweit boomen Agrotreibstoffe, gefördert mit Mitteln aus den öffentlichen Haushalten von Ländern und internationalen Organisationen, wie nie zuvor. Die Folgen sind vor allem für die Ärmsten schon jetzt zu spüren. Der Hunger auf der Welt nimmt in erschreckendem Tempo wieder zu. www.brotimtank.org begleitet diese Entwicklung mit Berichten, Reportagen und Hintergrundinformationen aus aller Welt. Wir fühlen uns dem klassischen Journalismus verpflichtet. Kritisch, aber fair und redaktionell unabhängig leistet www.brotimtank.orgeinen...