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36 Milliarden Gallonen Agrotreibstoffe jährlich wollen die Vereinigten Staaten im Jahr 2022 produzieren. Im vergangenen Jahr waren es knapp elf Milliarden, die vor allem aus Maisstärke gewonnen wurden. Nun soll die Stunde von Chinaschilf und Stroh schlagen.
Es ist schon bezeichnend, dass das Thema Agrotreibstoffe in den Vereinigten Staaten Sache des Landwirtschaftsministeriums ist. Und im eben publizierten Fahrplan zur Erreichung der Agrotreibstoffziele ist schon auf der ersten Seite zu entnehmen, worum es eigentlich geht: Neue Marktchancen für die noch verbliebenen zwei Prozent der Bevölkerung, die in der Landwirtschaft tätig sind, zu eröffnen.
In dem 21-seitigen Papier wird eine Agroenergiezukunft skizziert, die auf mehr pflanzlichen Standbeinen baut als die bisher fast ausschliesslich genutzte, extrem ineffiziente Maisstärke, die künftig mit 15 Milliarden Gallonen noch etwa 40 Prozent des Bedarfs decken soll. Der Rest soll mit „fortschrittlichen „ Agrotreibstoffen, die mindestens 60 Prozent weniger Treibshausgase verursachen, gedeckt werden: Chinaschilf, Hirse, Stroh, Holz. Nicht berücksichtigt wurden in dem Szenario bezeichnenderweise die noch am ehesten ökologisch herstellbaren Agrotreibstoffe aus Algen, tierischen Abfällen, Holzschnitzeln oder Siedlungsabfällen. Rund 160 Milliarden Dollar Investitionskosten werden veranschlagt, 500 Agrotreibstoffraffinerien müssen gebaut werden.
Effektiv ersetzt werden wegen des hohen Gestehungsaufwandes für die 36 Milliarden Gallonen Agrosprit nur rund 13,6 Milliarden Gallonen Benzin und Diesel – etwa sieben Prozent des für 2022 erwarteten Konsums an Treibstoffen für den Verkehr. Die prognostizierten Treibhausgas-Emissionen entsprechen etwa 27 Millionen Autos, die aus dem Verkehr gezogen werden. Und, in den Vereinigten Staaten das wichtigste Argument: Die Einkommend der Farmer sollen um 13 Milliarden steigen.
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